Die DGL GmbH & Co. KG (kurz DGL - Deutsche Getränke Logistik) ist ein im Jahr 2019 gegründetes Joint Venture der Radeberger Gruppe KG und der Brauerei C. & A. Veltins GmbH & Co. KG.

Unter dem gemeinsamen Dach bündelt die DGL-Unternehmensgruppe ihre Kräfte und schafft damit ganzheitliche 360-Grad-Lösungskonzepte rund um die Voll- und Leergutlogistik mit regionalen Schwerpunkten in Berlin/Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig-Holstein.

Als zukunftsorientierter, leistungsfähiger und produktneutraler Streckenlogistiker bietet die DGL ihren Kunden und Partnern eine umfassende Produkt- und Dienstleistungspalette und ist damit die ideale Plattform für eine moderne Logistik.

Ausgangspunkt aller Leistungen der DGL sind die stark in den Regionen verwurzelten Gesellschaften. Zu ihren Geschäftsfeldern gehören der Handel, die Gastronomie, der Getränkefachgroßhandel sowie Speditions- und Logistikdienstleistungen.

Ein Unternehmen der DGL Gruppe

18. April 2023

Nährstoff-Boost aus der Flasche

Was steckt hinter Functional Drinks?

Immer mehr Menschen legen bei ihrem Konsumverhalten immer größeren Wert auf das Thema Gesundheit – ein Prozess, der durch die Corona-Pandemie befeuert wurde. Insbesondere die Nachfrage nach Produkten, die sich positiv auf das Immunsystem auswirken, ist deutlich gestiegen. Parallel zum wachsenden Gesundheitstrend erobern zunehmend sogenannte Functional Drinks oder Funktionsgetränke den Markt. Die Bandbreite ist bei dieser Produktgruppe groß: Sie reicht von Energydrinks über Sportgetränke bis hin zu Gesundheit und Wellness.

Geburtsstunde der Functional Drinks

Als Wegbereiter der Kategorie Funktionsgetränke gelten die Energydrinks. Mit Koffein versetzt sollen diese Getränke wach machen – als erfrischende Alternative zum Kaffee. Ihre Produkte entwickelten die Hersteller nach und nach weiter: Statt synthetischem Koffein, das über einen hohen Zuckergehalt verfügt, kamen zusehends natürliche Koffeinquellen wir Guarana oder Mate zum Einsatz. Seit 2022 ist in der EU auch die Kaffeekirsche neu zugelassen. Sie ist ein Abfallprodukt der Kaffeeernte und enthält mehr Koffein als Kaffee selbst. Aus der Kaffeekirsche kann ein Tee aufgegossen werden, der dann auch in anderen Getränken weiterverarbeitet werden kann.

Die Microdrinks von Waterdrop gibt es als Wachmacher
mit Koffein und mit Elektrolyten für den Sport.
Foto: © Waterdrop Microdrink GmbH

Die Firma Waterdrop mit Sitz in Österreich ist bekannt für ihre Microdrinks – kleine Würfel, die in Wasser aufgelöst für richtig Geschmack sorgen – und hat auch drei Sorten mit natürlichem Koffein im Sortiment. Neu sind die Microlyte: Die zuckerfreien Würfel enthalten fünf Elektrolyte, neun Vitamine und Zink. Es gibt sie in den Geschmacksrichtungen Melone, Grapefruit und Heidelbeere. Zudem überzeugt Waterdrop durch sein Konzept auch in punkto Nachhaltigkeit. Die Trinkpulverwürfel können einfach in einer mit Wasser gefüllten Mehrwegflasche aufgelöst werden. Durch dieses Prinzip werden laut Herstellerangaben 97 Prozent Verpackung gespart.

Sportgetränke in klassischer Darreichungsform gibt es ähnlich lange wie Energydrinks. Als Functional Drinks der ersten Stunde haben sie wie die Energydrinks bis heute ihren festen Platz in den Supermarktregalen. Laut Verbraucherzentrale erfüllen Sportgetränke aber nicht immer den Zweck, den sie versprechen. Für sportliche Aktivitäten seien leicht hypotone und isotone Getränke am besten geeignet. Eine Schorle aus Fruchtsaft und einem natriumreichen, kohlensäurearmen Mineralwasser sei ebenso effektiv wie ein Sportgetränk. Nichtsdestotrotz erfreuten sich Sportgetränke zuletzt einer wachsenden Beliebtheit. 2020 stieg der Umsatz dieser Produktgruppe an.

Produkte mit Hanföl und -samen werden immer beliebter.
Foto: © Prostock-studio, Envato Elements

Das gewisse Extra

Neben Sportgetränken und Energydrinks erobern jetzt auch Getränke den Markt, die die Gesundheit und Konzentration fördern sollen oder mit Claims wie Relax, Wellness oder Detox werben. Die Wellness- und Relax-Getränke bilden ganz bewusst einen Gegenpol zu den aufputschenden Energydrinks: Sie sind in der Regel frei von Koffein und bedienen den Geschmack der gesundheitsbewussten Kunden. Enthalten ist in vielen Relax-Produkten auch eine geringe Menge Hanf-Extrakt. Ebenso werben sie mit einem geringen Zuckeranteil und natürlichen Inhaltstoffen. Das Angebot ist auf dem deutschen Markt noch überschaubar. Doch insbesondere mit Hanf-Extrakt oder CBD versetzte Produkte sind weiterhin im Kommen.

Während der Pandemie waren vor allem immunstärkende Produkte gefragter denn je. Säfte und Erfrischungsgetränke mit Vitaminzusätzen zählen ebenso dazu wie Getränke mit der Trendzutat Ingwer. Der Superknolle werden verschiedenste heilende Wirkungen nachgesagt. Erwiesen ist zum Beispiel, dass Ingwer gegen Übelkeit hilft und auch für eine lindernde Wirkung bei Erkältungen gibt es Anhaltspunkte. Ingwer wird zurzeit häufig in sogenannten Shots in Verbindung mit Zitrusfrüchten, die reich an Vitamin C sind, verarbeitet. Im Frühjahr 2022 nahm der Hersteller Hitchcock drei Ingwershots in den Geschmacksrichtungen Maracuja-Acerola, Grapefruit-Limette und Orange-Kurkuma in sein Sortiment auf. Die Shots sind vegan und reich an Vitamin C. Eine Flasche enthält etwa 10 Portionen. Hohes C bietet ein vergleichbares Produkt an, wobei die verschiedenen Sorten unterschiedliche Bedürfnisse bedienen. Die Sorte Bauchgefühl trägt laut Hersteller durch das enthaltene Calcium zu einer normalen Funktion der Verdauungsenzyme bei. Die Sorte Energie soll hingegen den normalen Energiestoffwechsel unterstützen.

Die Ingwer-Shots von HITCHCOCK sind seit 2022
auf dem Markt und sorgen für den Frischekick am Morgen.
Foto: © HITCHCOCK

Abgesehen von diesen Shots gibt es mittlerweile kaum einen Fruchtsafthersteller, der nicht eine Produkt-Range von Säften mit dem gewissen Extra hat. Vorreiter in diesem Bereich ist das Familienunternehmen Amecke aus dem Sauerland. Bereits Mitter der 1990er-Jahre war Amecke einer der ersten Hersteller, der Säfte mit „Zusatznutzen“ auf den Markt brachte. Teil der Produktlinie Amecke+ sind unter anderem Säfte mit der Extraportion Vitamin D für die Abwehrkräfte, Antioxidantien für den Zellschutz oder Eisen für die Bildung roter Blutkörperchen. Die Säfte tragen dazu bei, den normalen Stoffwechsel zu unterstützen.

Mit Vorsicht genießen

2004 fällte das Deutsche Ärzteblatt ein vernichtendes Urteil über Funktionsgetränke. Viele Produkte aus diesem Segment konnten ihre Werbeversprechen nicht einhalten, da die gesundheitsfördernden Stoffe in zu geringen Mengen enthalten waren. Die „Health Claims“-Verordnung der EU legte 2007 die Mengen der Zusatzstoffe fest, die ein Nahrungsmittel enthalten muss, um mit bestimmten gesundheitlich konnotierten Slogans werben zu dürfen. Die Formulierungen dieser Claims sind ebenfalls genau vorgeschrieben.

Diese Verordnung ist aus gesundheitlicher Sicht besonders wichtig, da eine zu hohe Aufnahme von bestimmten Stoffen auch schädlich sein kann. Die Verbraucherzentrale hat das am Beispiel Magnesium erklärt. 2016 ergab eine Untersuchung der Verbraucherzentralen, dass 64 Prozent der betrachteten Nahrungsergänzungsmittel eine höheren Magnesiumgehalt hatten als 250 Milligramm – die empfohlene Tageshöchstdosis. 2020 wurde die Untersuchung erneut durchgeführt und da waren es immerhin noch 57 Prozent.

Wer regelmäßig zu nahrungsergänzenden Produkten wie den Funktionsgetränken greift, sollte immer die enthaltene Menge der Zusatzstoffe prüfen und auch die empfohlenen Tageshöchstmengen kennen. Viele Stoffe werden bei einer ausgewogenen Ernährung in ausreichender Menge aufgenommen und versorgen den Körper so mit den notwendigen Vitaminen und Mineralien. Mit Nährstoffen versetzte Getränke oder Nahrungsmittel sind nicht dafür geeignet, Mangelerscheinungen auszugleichen. Sie helfen lediglich dabei, die Ernährung ergänzend zu unterstützen.

 

TITELFOTO: © krushon, Envato Elements | BILDLEGENDE: Zu Funktionsgetränken wird insbesondere beim Sport gerne gegriffen.