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Die DGL GmbH & Co. KG (kurz DGL - Deutsche Getränke Logistik) ist ein im Jahr 2019 gegründetes Joint Venture der Radeberger Gruppe KG und der Brauerei C. & A. Veltins GmbH & Co. KG.

Unter dem gemeinsamen Dach bündelt die DGL-Unternehmensgruppe ihre Kräfte und schafft damit ganzheitliche 360-Grad-Lösungskonzepte rund um die Voll- und Leergutlogistik mit regionalen Schwerpunkten in Berlin/Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Schleswig-Holstein.

Als zukunftsorientierter, leistungsfähiger und produktneutraler Streckenlogistiker bietet die DGL ihren Kunden und Partnern eine umfassende Produkt- und Dienstleistungspalette und ist damit die ideale Plattform für eine moderne Logistik.

Ausgangspunkt aller Leistungen der DGL sind die stark in den Regionen verwurzelten Gesellschaften. Zu ihren Geschäftsfeldern gehören der Handel, die Gastronomie, der Getränkefachgroßhandel sowie Speditions- und Logistikdienstleistungen.

Ein Unternehmen der DGL Gruppe

02. April 2026

Vending | Zwischen Kindheitserinnerung & Milliardenumsätzen

Vending: 12 Millionen Verkäufe pro Tag

Automaten sind im Alltag omnipräsent – wie präsent und welche wirtschaftliche Bedeutung sie haben, wissen nur die wenigsten: Auf 135 Personen kommt in Deutschland ein Verkaufsautomat, fast 4,39 Milliarden Produkte wurden 2024 über Automaten verkauft. Die Zahlen der Vending-Markt-Studie, die der Bundesverband der Deutschen Vending-Automatenwirtschaft (BDV) alle zwei Jahre veröffentlicht, beeindrucken und zeigen eine Branche auf Erfolgskurs: Der Produktumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 18,7 Prozent auf 3,37 Milliarden Euro.

12 Millionen Verkäufe pro Tag – wo finden die statt? Und was wird gekauft? Die Antwort ist so einfach wie nüchtern: Die große Mehrheit der – Stand 2024 – insgesamt 621.000 Automaten steht in Büros und öffentlichen Einrichtungen, über 75 Prozent der Standorte dienen der betrieblichen Mitarbeiterverpflegung. Das mit Abstand meistverkaufte Produkt verwundert da nicht: Kaffee.

Aber auch der Public-Vending-Bereich verzeichnet Zuwächse: Hofautomaten für den Direktverkauf, 24/7-Stores mit LEH-Sortiment, Pizzaautomaten am Wegesrand für den schnellen Heißhunger – der Automat erobert zunehmend (wieder) den öffentlichen Raum.

Von Weihwasser zu Schokolade

Dabei ist das Konzept des automatisierten Verkaufs weitaus älter, als man vermuten würde. Schon im alten Ägypten gaben Automaten Weihwasser aus: Warf man eine Münze ein, wurde ein Hahn geöffnet und gab eine bestimmte Menge des gesegneten Wassers frei.

Im 17. Jahrhundert setzten britische Wirtshäuser mit der Ausgabe von „Honesty Tobacco Boxes“ auf die Ehrlichkeit ihrer Kundschaft. Die kleinen Metallkästchen ließen sich durch Einwurf einer Münze entriegeln, der Kunde konnte so viel Pfeifentabak entnehmen, wie es ihm angemessen schien.

Mit der Industrialisierung nahm die Entwicklung weiter Fahrt auf: Als erster moderner Verkaufsautomat gilt ein in London von Percival Everitt 1883 entwickelter Automat mit Postkarten, Briefumschlägen und Schreibwaren, der sich an Bahnhöfen und Postämtern großer Beliebtheit erfreute.

Ab 1887 begründeten die von der deutschen Süßwarenfirma Stollwerck aufgestellten Schokoladenautomaten eine internationale Erfolgsgeschichte: 1893 boten schon etwa 15.000 der „stummen Verkäufer“ Stollwerck-Produkte an. 


Gastronomie trifft Technik: im Automatenrestaurant in Berlin (um 1905).
Foto: © Bildarchiv Foto Marburg

Der Beginn des Fastfoods: Automatenrestaurants

Automaten gehörten immer selbstverständlicher zum Straßenbild, das Sortiment wurde breiter. Duftstoffe, Rauchwaren, Zündhölzer, Bücher – kaum etwas, das nicht am Warenautomaten verfügbar war.

Vor genau 200 Jahren dann die Revolution: Das erste Automatenrestaurant verkaufte neben Getränken auch kalte und warme Speisen. Eine amerikanische Erfindung? Mitnichten. Überzeugt vom Potenzial der „Automatie“, hatte Ludwig Stollwerck gemeinsam mit Theodor Bergmann und dem Ingenieur Max Sielaff zwei Jahre zuvor die Deutsche Automatengesellschaft Stollwerck & Co. (DAG) gegründet.

Zunächst entwickelten sie Flüssigkeitsautomaten, die ab 1895 gastwirtschaftliche Getränke einschließlich Milch, Kakao und Mineralwasser automatisch ausgaben. Auf der Berliner Gewerbeausstellung 1896 stellte die DAG schließlich ein vollwertiges Automatenrestaurant vor, in dem auch Speisen erhältlich waren.

Kein Kellner, keine Wartezeit, stattdessen der Blick auf Essen hinter Glas in kleinen Fächern und dessen direkte Entnahme – selbstverständlich nur nach dem passenden Münzeinwurf. Hinter den Kulissen agierte Küchenpersonal als früher Operator, indem es dafür sorgte, dass die Fächer stets frisch befüllt wurden. Automatenrestaurants entsprachen dem Zeitgeist, sie galten als effizient und modern.

1897 gewann das Konzept auf der Weltausstellung in Brüssel eine Goldmedaille und wurde zum Exportschlager. Auch das erste 1902 in den USA in Philadelphia eröffnete Automatenrestaurant basierte auf der deutschen Erfindung.


Gastronomie trifft Technik: moderne Kaffeeautomaten.
Foto: © Arpatsara / stock.adobe.com

Neustart im Wirtschaftswunder

Bis in die 1920er-Jahre erlebten die Verkaufsautomaten in Deutschland ihre erste Blütezeit. Die politische und wirtschaftliche Instabilität der folgenden Jahre, die Weltwirtschaftskrise mit ihrer Flut an Papiergeld und der Zweite Weltkrieg jedoch unterbrachen den Aufschwung. >

Im Wirtschaftswunder der 1950er- und 1960er-Jahre stieg der Konsum sprunghaft an. Nach den entbehrungsreichen Kriegs- und Nachkriegsjahren blickten Wirtschaft und Bevölkerung wieder optimistisch in die Zukunft. Automaten wurden zum Motor und Symbol dieser Entwicklung, der Markt erschloss neue Segmente, Zielgruppen und Techniken.

Für den Einzelhandel bot das Automatengeschäft eine willkommene zusätzliche Einnahmequelle abseits strenger Vorgaben zu Ladenschlusszeiten. Bald überschritt die Zahl der in der Bundesrepublik Deutschland aufgestellten Automaten die Millionengrenze. Die Zahl der Heißgetränkeautomaten wuchs von 2.700 im Jahr 1963 auf rund 7.000 im Jahr 1965. In den Fokus rückte besonders die Kantinenverpflegung: Schon auf der Industriemesse Hannover 1961 wurde die automatische Betriebsverpflegung als neuer Schwerpunkt präsentiert.

Foto: © Qaqas / stock.adobe.com

Vom Drehknopf zum Display

Bis heute ist der unbemannte Verkauf selbstverständlicher Bestandteil moderner Verpflegung. Mit den einstmals rein mechanischen Systemen haben heutige Automatenlösungen jedoch nicht mehr viel gemein. Die neuen Generationen nutzen zunehmend die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz, sie integrieren digitale Zahlmöglichkeiten, Echtzeit-Bestandsmanagement und Analysetools für das Konsumverhalten. Fortschrittliche Kühlsysteme optimieren den Energieverbrauch, Bechersensoren unterstützen – je nach Automaten – auch die Nutzung von Mehrwegbechern. 

Denn auch die Erwartungen der Verbraucher an Verpflegung aus dem Automaten sind gestiegen. Neben einem schnellen und unkomplizierten Kauferlebnis legen sie Wert auf Qualität, Vielfalt und ein nachhaltiges Konzept. Wo lange der Fokus auf dem Verkauf von Getränken und abgepackten Snacks lag, hat in den letzten Jahren der Anteil an frischen Snacks und Mahlzeiten erheblich zugenommen.

Foto: © intergastra, Messe Stuttgart

Der Vendingmarkt präsentiert sich äußerst vielfältig – und birgt so auch Chancen für das Gastgewerbe. Im Hotel, im Restaurant oder im digitalen Hofladen können Automaten das eigene Angebot erweitern, rund um die Uhr verfügbar halten und das Personal entlasten. 

 

TITELFOTO: © Jogerken / stock.adobe.com | BILDLEGENDE: Kaugummiautomaten verstömen zeitlose Magie - und erinnern an eine Zeit, als das Leben noch alalog war.