
... gemeinsam läuft es
Energiemanagement in der DGL-Gruppe
Energie wird knapp und immer teurer. Umso wichtiger ist der achtsame Umgang mit der kostbaren Ressource. Die Deutsche Getränke Logistik GmbH & Co. KG (DGL) setzt daher auf ein gruppenweites Energiemanagementsystem (EnMS).
„Die DGL wächst zusammen“
Ein systematisches Energiemanagement zeigt auf, an welcher Stelle ein Unternehmen wie viel Energie verbraucht – und koordiniert und optimiert die Energieflüsse. Das Ziel: die Kosten senken und die Umwelt schonen.
„In einer Unternehmensgruppe, die aus regionalen Gesellschaften mit über Jahre gewachsenen Strukturen besteht, ist die Bestandsaufnahme der Energieströme eine Herausforderung“, weiß Sebastian Brügger, Referent der Geschäftsführung der DGL Services GmbH. „Aber: Die DGL wächst nicht nur, sie wächst auch zusammen. Wir wollen unsere Kräfte konsolidieren – da ist es nur konsequent, ein EnMS für alle Gesellschaften zu implementieren und die Zertifizierung für die ganze Gruppe anzustreben.“
Das interne Audit als Pflichtbestandteil der Zertifizierung eines Energiemanagementsystems (EnMS) nach ISO 50001 hat die DGL bereits erfolgreich absolviert, die Erstzertifizierung nach der internationalen Norm steht kurz bevor.
Energiekosten senken, Effizienz steigern:
Das EnMS vernetzt alle Tätigkeitsbereiche der DGL-Gruppe.
Foto: © a|w sobott
Wieso, weshalb, warum?
Wozu das Ganze? Sebastian Brüggers Antwort ist klar: „Unsere Kunden erwarten von uns als Getränkelogistiker mit Recht, dass wir in allen Bereichen effizient arbeiten – und dabei die Umweltbelastungen möglichst geringhalten. Mit der Zertifizierung nach internationalem Standard unterstreichen und kommunizieren wir, was wir in Sachen Energiemanagement schon seit langem praktizieren. All das ‚gießen‘ wir strukturiert und vor allem gruppenweit in einen Managementprozess.“
Im Team zum Zertifikat
Wissen und Erfahrungen lassen sich so leichter teilen. Der intensive Austausch ist im EnMS stets mitgedacht, klare Reporting-Strukturen sorgen für Transparenz. Die Mitglieder der Energieteams kommen aus verschiedenen Gesellschaften und unterschiedlichen Bereichen. Standorte, Fuhrparks, Technik, Einkauf, Recht, Kommunikation – alles vertreten und durch zwei Hauptbeauftragte koordiniert.
Sebastian Brügger ist einer davon. „Es ist uns wichtig, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für dieses wichtige Thema weiter zu sensibilisieren und sie kontinuierlich zu informieren. Schließlich geht es darum, den Energieverbrauch der DGL aktiv zu steuern – da ist jeder Einzelne gefragt“, betont er.
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Nachhaltige Logistik …
Nicht überraschend für ein Logistikunternehmen ist der Fuhrpark als „Significant Energy Use“ (SEU) ein Bereich, der im Hinblick auf Einsparpotenziale besonders im Fokus steht. Dabei ist die Flotte der DGL bereits jetzt eine der modernsten in der Getränkeindustrie. Seit Jahren fördert die hauseigene „Think ECO2-Kampagne“ eine effiziente und umweltschonende Transportlogistik, die Fahrzeuge, Frachtraum- und Routenplanung gleichermaßen berücksichtigt.
Aktuelle Fahrzeugmodelle sind mit verbrauchsschonenden Motoren und hochmodernen Assistenzsystemen ausgestattet, ein erster E-Lkw ist im Testbetrieb unterwegs (vgl. ESSPERTISE 03/2025). An vielen Standorten kommen seit Jahren E-Gabelstapler zum Einsatz.
Doch „Technik spart Kraftstoff“ sei zu kurz gedacht, erklärt Sebastian Brügger. „Immer ist auch hier der Faktor Mensch im Spiel. Verbrauchsgünstige Motoren, die nicht verbrauchsschonend gefahren werden, können ihr Einsparpotenzial nicht entfalten. Wir schulen die Kollegen daher gezielt.“
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… ganzheitlich gedacht
Ebenfalls zu kurz würde die Konzentration rein auf Fuhrpark und Kraftstoffverbrauch greifen. Das Energiemanagementsystem setzt überall an, wo Energie im Unternehmen fließt. Bereits 2021 ging der neue Standort der Deutschen Getränke Logistik in Bad Oeynhausen klimaneutral an den Start – mit Wärmepumpentechnologie, Photovoltaikanlage auf dem Dach und ökologisch sinnvoll begrünten Fassadenanteilen. Das Lastenmanagement auf allen Lagerflächen wird im Hinblick auf seine Energieeffizienz ebenso kontinuierlich untersucht wie die Leergutsortieranlagen auf ihren Stromverbrauch.
Den Rahmen für das EnMS gibt die ISO-Norm vor. „Wir denken dabei nicht in einzelnen Projekten, sondern ganzheitlich. Auch scheinbar kleine Maßnahmen tragen ihren Teil zum effizienten Energieeinsatz bei. Unser EnMS ist ein wachsendes System – ebenso dynamisch wie die DGL“, resümiert Sebastian Brügger.
ISO 50001 ENERGIEEFFIZIENZ SYSTEMATISCH MANAGEN
• Die internationale Norm ISO 50001 wurde 2011 erstmals veröffentlicht und 2018 revidiert.
• Sie legt die Anforderungen an die Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und Verbesserung eines Energiemanagementsystems (EnMS) in einer Organisation fest.
• Der Standard kann von jeder Organisation angewendet werden, unabhängig von der Größe und der Branche, in der sie tätig ist.
• Die Unternehmen sind dafür zuständig, die in der ISO 50001 formulierten Anforderungen angemessen auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden und umzusetzen.
• Ein Zertifikat nach ISO 50001 ist für drei Jahre gültig und muss durch ein jährliches Überwachungsaudit aufrechterhalten werden. Nach Ablauf der drei Jahre ist eine Rezertifizierung notwendig.
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