Suchen Sie was?
 
 
Alle aktuellen Artikel aus Gastronomie-Ratgeber
 
 
 
     

Praxis im Handel

Handels-Portrait
Gastronomie-Ratgeber
Wir über uns

Pacht und Objektbörse
Übersicht
Archiv
Impressum
   

 

  BierKulTour zwischen Donau, Moldau und Inn - Eine Landkarte für die Sinne
 
 

Bayern gilt als das Bier-Land schlechthin. Das war aber nicht immer so. Bis zum Ende des 30jährigen Krieges (1618 – 1648) war Bier ein bedeutendes Handelsgut der Hanse an Nord- und Ostsee und somit in Norddeutschland beheimatet. Doch Herzog Maximilian I. von Bayern (1573 - 1651) erkannte schnell, dass er mit den Umsätzen des Hofbräus die Folgen des 30jährigen Krieges würde finanzieren können. Seitdem haben sich das Angebot an Bier und der Bestand an Brauereien enorm erweitert. Aber noch immer sind in Bayern Bier und Staat eng verknüpft: So gehört das Hofbräuhaus in München zum bayerischen Finanzministerium und die Brauerei Weihenstephan zum Wissenschaftsministerium.

Heute hat Bayern über 600 Brauereien, darunter die international bekannten Marken „Löwenbräu“, „Erdinger“, „Franziskaner“, „Paulaner“ und „Weihenstephan“, um nur einige zu nennen. Aber Bayern hat „biertouristisch“ mehr zu bieten als die bekannten Brauereien mit ihren oft urigen Bierkellern: So hat die Region Niederbayern eine ganz eigene Landkarte entwickelt, um Touristen die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten der Region nahe zu bringen. Sie zeigt, dass die Bier-KulTour zwischen Donau, Moldau und Inn nicht nur durch den Magen geht, sondern eine Lebensart ist, die alle Sinne berührt.

Das Bier direkt beim Erzeuger genießen

Aber was liegt näher, als eine niederbayerische KulTour in alteingesessenen Brauereien zu beginnen und die Originale selbst kennen zu lernen? Von Aidenbach bis Vilshofen gibt es unzählige. Der begehrte Hopfensaft wird hier nicht nur von alten Adelsfamilien und früheren Klosterbrauereien hergestellt – in jüngerer Zeit entstanden auch viele kleine, feine private Brauereien. Praktisch jede von ihnen hat mindestens ein ganz spezielles Bier, das bei einer Brauereibesichtigung natürlich auch verkostet werden darf. Viele von ihnen bieten offizielle Führungen an – inklusive Biergarten-, Bierstüberl- oder Wirtshausbesuch.

Bier mal anders: Von Likören und Pralinen

Bayern ist bekanntlich Ursprungsland und Paradies der Biergärten, in denen das bayerische Weißbier ausgeschenkt wird. Dazu gibt es eine zünftige Brotzeit, bei der die echt bayerischen Brez’n und der Obatzda nicht fehlen dürfen. Weniger bekannt ist, welche Delikatessen sich aus dem bayerischen Hopfenerzeugnis noch herstellen lassen: In der „Süßen Manufaktur“ in Pfarrkirchen wird Weißbierschokolade hergestellt. Und hier können auch die einzigartigen Weißbierpralinen des Zuckerartisten und Chocolatiers Klaus Friedrich gekostet werden.

Und wer weiß schon, dass sich das vollmundige Malzaroma des Dunklen Doppelbocks in einem Bierlikör veredelt wiederfindet? Zu probieren ist diese Spezialität in der Edelobstbrennerei Braun in Ortenburg. Ein Tipp für Genießer: Diesen edlen Biertropfen leicht angewärmt mit einem Sahnehäubchen und einer Prise Kardamom servieren!

Diplomierter Bier-Sommelier

Und selbstverständlich kommt einer der ersten diplomierten Bier-Sommeliers in Deutschland aus Bayern. Der „Waidla-Wirt“ Bernhard Sittler setzt das in einem Diplom-Lehrgang erlernte Wissen und Können in seinem Gut Riedelsbach in Neureichenau in „Bier-Kulinarien“ um: Er zaubert mehrgängige Menüs, bei denen acht bis zehn verschiedene Biere verkostet werden.

Fest(e) Feiern in Niederbayern!

Wo Bier gebraut wird, da wird auch gefeiert. In Bayern allemal. Ein Fest, bei dem das Bier selbst im Mittelpunkt steht, ist das jährliche Hopfenfest im September mit Hopfenpflücken und einem Markt im Freilichtmuseum in Massing. Zu diesem Fest kommen auch die traditionellen „Hopfenzupfa“ zur Ernte auf das einzige Hopfenfeld im Rottal.

Für Musikfreunde gibt es noch ein originelles Highlight: In den „Musikantenfreundlichen Wirtshäusern“ in der Region können musikalische Gäste sich ihre Maß Bier und eine kleine Brotzeit im wahrsten Sinne „ersingen“ oder „erspielen“. Das verspricht nicht nur für die Musikanten, sondern auch für die übrigen Gäste ein besonderes kulturelles „Schmankerl“.

Dem Naturprodukt auf der Spur

Bier ist ein Naturprodukt. Was liegt da näher, als sich auf die Spuren des Gerstensaftes zu begeben und dabei einzutauchen in die bayerische Landschaft? Die Wanderung „Hopfen und Malz“ zum Beispiel ist ein informativer Rundweg zu „Erings Biergeschichte“, die Wanderroute „Wilder Hopfen“ führt in die Inn-Auen, nahe heran an die gelb-grünen Hopfen-Fruchtzapfen.

Die geografische Lage Niederbayerns im Dreiländereck von Deutschland, Österreich und Tschechien und damit die Nähe zu Südböhmen eröffnet nicht nur eine weitere malerische Landschaft, sondern eine historische Facette des Biergenusses: Im böhmischen Pilsen wurde im Jahr 1842 erstmals das gute hopfige Pils ausgeschenkt, das von hier aus seinen Siegeszug um die Welt antrat. Der Erfinder und somit „Vater des Pils“ allerdings war – Niederbayer - Josef Groll, der eigens für diese Aufgabe aus Vilshofen nach Böhmen geholt worden war.

Infos zur Bier-KulTour unter www.bayern-und-bier.de